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5 KOSTENEFFIZIENTE LOHNSTRUKTUREN IN UNGARN

08 May 2017

Lohnkosten repräsentieren einen signifikanten Teil der betrieblichen Kosten. Hier kollidieren die Interessen der Parteien: Arbeitgeber sind an der Reduzierung dieser Kosten interessiert, Arbeitnehmer hingegen wollen höheres Gehalt erreichen. Da das Gehalt eines der wichtigsten Motivationsfaktoren ist, sollten Arbeitgeber, neben der Einhaltung der gesetzlichen Regelungen, die Demotivation der Arbeitnehmer vermeiden. In dieser kurzen Zusammenfassung geben wir Ihnen 5 Tipps, damit Sie Ihre Lohnkosten reduzieren können ohne dass Sie Ihre Arbeitnehmer demotivieren oder das Arbeitsgesetz verletzen.

1. Leistungsgehalt

Gehalt kann als Leistungslohn oder als die Kombination von Leistungs- und Zeitlohn vereinbart werden. In diesem Fall soll der Arbeitgeber die Leistungsanforderungen nach vorherigen und objektiven Untersuchungen und Kalkulation festlegen und der Lohn hängt von der Erfüllung der Anforderungen ab.

Wenn der Arbeitslohn nur auf Leistungsbasis vereinbart wird, soll der Arbeitgeber einen garantierten Lohn im Höhe von mindestens die Hälfte des Grundlohnes bestimmen.

Eine andere Art von Leistungslohn ist die sogenannte Prämie oder Bonus: in diesem Fall wird ein Grundlohn vereinbart, außerdem kann der Arbeitgeber Prämienaufgaben bestimmen (z.B. Erfolg eines Projekts) und der Arbeitnehmer wird auf die Prämie berechtigt, wenn er die Prämienaufgaben erfüllt hat.

2. Freizeitausgleich, flexible Arbeitszeit

Wenn Überstunden geleistet werden, ist der Arbeitnehmer auf Überstundenvergütung im Höhe von 50% des Grundlohnes pro Stunde berechtigt. Das heißt, dass eine Überstunde dem Arbeitgeber 150 % des Grundlohnes kostet.

Wenn hingegen die Parteien schriftlich vereinbaren, ist es möglich anstatt Überstundenvergütung Freizeitausgleich zu gewähren. Die Dauer der Freizeit darf nicht weniger als die Dauer der Überstundenarbeit sein und der Arbeitnehmer muss während der Freizeit Grundlohn bekommen. Die Freizeit soll innerhalb eines Monats nach Ablauf des Monats angeordnet werden, in dem die Überstunden geleistet wurden oder gemäß der Vereinbarung der Parteien spätestens bis 31. Dezember des folgenden Jahres.

Eine weitere Möglichkeit um die Überstundenvergütung zu vermeiden ist die Bestimmung von Gleitzeitregelungen: in diesem Fall muss der Arbeitgeber nämlich keine Aufzeichnungen über die Überstunden führen.

3. Reduzierung der Lohnzuschläge

Gemäß der schriftlichen Vereinbarung der Parteien beinhaltet der Grundlohn den Nachtzuschlag, die Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit und die Schichtzuschläge.

Wenn zum Beispiel der Arbeitnehmer in der Nacht arbeitet, kann der Arbeitgeber einen höheren Grundlohn im Hinblick auf die Nachtarbeit festlegen. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer keinen Nachtzuschlag erfordern.

Der Grundlohn kann aber die Überstundenvergütung nicht beinhalten.

Außerdem können die Parteien ein festes monatliches Entgelt (Zuschlagspauschal) bestimmen, das alle Zuschläge, einschließlich Überstundenvergütung deckt.

Hierzu ist anzumerken, dass sowohl die Einbeziehung der Zuschläge in den Grundlohn als auch die Bestimmung von Zuschlagpauschale angemessen sein muss.

4. Sachleistungen („Cafeteria“)

Obwohl der Lohn in Ungarischen Forint bezahlt werden muss (sofern die Arbeit nicht im Ausland geleistet war), kann der Arbeitgeber sogenannte Sachleistungen anbieten (zum Beispiel Lebensmittelgutschein, Zeitkarte für den öffentlichen Nahverkehr). Die Zahlung von „Cafeteria“ ist wegen ihrer günstigen steuerlichen Bedingungen vorteilhaft für den Arbeitgeber.

Die günstige Besteuerung dieser Sachleistungen ist aber jährlich auf eine bestimmte Summe begrenzt. Es wird daher vorgeschlagen, vor der Cafeteria-Bestimmung mit einem Steuerberater zu konsultieren.

5. Leiharbeit verwenden

In materieller Hinsicht kann die temporäre Leiharbeit vielmals günstiger sein als eigene Arbeitskräfte tu beschäftigen. Dies ist der Fall, wenn die Arbeitsbelastung fluktuiert und höherer Anzahl der Arbeitnehmer nur periodisch notwendig ist.

Außerdem kann die Verwendung von Leiharbeit den Verwaltungsaufwand des Arbeitgebers reduzieren, weil es der Verleiher ist, wer für Einstellungen, Kündigungen und Gehaltsabrechnung verantwortlich ist.