Blog

Blog » 7 DINGE, DIE SIE WISSEN SOLLEN, BEVOR SIE ALS ARBEITGEBER IN UNGARN EIN ARBEITSVERHÄLTNIS KÜNDIGEN

7 DINGE, DIE SIE WISSEN SOLLEN, BEVOR SIE ALS ARBEITGEBER IN UNGARN EIN ARBEITSVERHÄLTNIS KÜNDIGEN

22 May 2017

Eine rechtswidrige Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist einer der häufigsten Auslöser des Arbeitsgerichtsverfahrens. Das folgende Handbuch fasst die wichtigste Regel zusammen, die Arbeitnehmer bei einer Kündigung beachten sollten um eine rechtswidrige Kündigung zu vermeiden und die Risiken eines teuren Gerichtsverfahrens zu reduzieren.

1. Ordentliche Kündigung

Als Arbeitgeber können Sie das Arbeitsverhältnis durch eine ordentliche Kündigung beenden. Zur wirksamen Kündigung bedarf es der Schriftform.

Die Kündigungserklärung des Arbeitgebers muss den gültigen Grund der Kündigung beinhalten, außer im Fall von Geschäftsführer und Rentner. Die Gründe der Kündigung können personenbedingte (zum Beispiel Leistungsmängel) oder verhaltensbedingte Gründe sein oder betriebsbedingte Gründe (wie zum Beispiel nderung der Betriebsorganisation) mit Ausnahme der Betriebsübertragung. In einem Arbeitsgerichtverfahren muss der Arbeitgeber den Grund und die sachliche Rechtfertigung der Kündigung beweisen.

Praktischer Ratschlag: Die Übergabe der Kündigungserklärung sollte von dem Arbeitnehmer anerkannt werden. Wenn Ihr Arbeitnehmer die Annahme der Kündigungserklärung verweigert, ist es empfohlen, über die Übergabe ein Protokoll zu führen.

2. Kündigungsschutz

In bestimmten Fällen ist die ordentliche Kündigung gegenüber einem Arbeitnehmer unzulässig. Während der Schwangerschaft, der Elternzeit und des Reproduktionsverfahren darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht kündigen.

Praktischer Ratschlag: Bevor Sie eine ordentliche Kündigung mitteilen, fragen Sie Ihren Arbeitnehmer, ob es ein Kündigungsverbot vorliegt. Die Antwort des Arbeitnehmers ist zu Protokoll zu geben.

3. Kündigungskosten

Der Arbeitgeber muss während der Kündigungsfrist Arbeitslohn bezahlen und nach dreijähriger oder längerer Beschäftigung, muss der Arbeitgeber Abfindung bezahlen. Die folgende Tabelle zeigt die Kündigungsfristen und die Abfindung im Überblick:

Beschäftigungsdauer (Jahr)

Kündigungsfrist

Abfindung

0-3

30 Tage

-

3-5

35 Tage

1 Monat

5-8

45 Tage

2 Monate

8-10

50 Tage

2 Monate

10-15

55 Tage

3 Monate

15-18

60 Tage

4 Monate

18-20

70 Tage

4 Monate

20-25

90 Tage

5 Monate

25-

90 Tage

6 Monate

 

Außerdem, wenn der Arbeitnehmer noch nicht verbrauchtes Urlaub hat, muss der Arbeitgeber entweder das Urlaub gewähren oder den Arbeitnehmer finanziell kompensieren.

Praktischer Ratschlag: Überlegen Sie die Möglichkeit des Einvernehmens um die obenerwähnten Kündigungskosten zu vermeiden.

4. Außerordentliche Kündigung

Der Arbeitnehmer kann durch eine schriftliche außerordentliche Kündigung gekündigt werden, wenn er seine wesentlichen Pflichten vorsätzlich oder mit grober Fahrlässigkeit verletzt oder wenn die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für den Arbeitgeber unzumutbar ist.

Die außerordentliche Kündigung kann nur innerhalb von 15 Tagen erfolgen, wobei die Frist mit dem Zeitpunkt beginnt, in dem der Arbeitgeber vom Kündigungsgrund Kenntnis erlangt aber spätestens binnen 1 Jahr nach dem Eintritt des Grundes.

5. Einvernehmen – wenn möglich

Das Arbeitsverhältnis kann in Ungarn im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst werden. Das ist der friedlichste Weg der Beendigung, weil der Arbeitnehmer der Partei eines Vertrages und nicht nur der Empfänger der Kündigungserklärung ist.

Ein Einvernehmen gibt die Parteien die Möglichkeit, von den strengen Vorschriften der Kündigung (zum Beispiel Begründung, Kündigungsfrist) abzuweichen.

Praktischer Ratschlag: Das Einvernehmen ist vorteilhaft für den Arbeitgeber, weil die Kündigungsfrist und die Summe der Abfindung von den Parteien frei bestimmt werden kann. Außerdem kann das Risiko des Gerichtsverfahrens reduziert werden.

6. Praktische Fragen

Am Ende des Arbeitsverhältnisses muss der Arbeitgeber die gesetzlich erforderlichen Erklärungen und Bescheinigungen dem Arbeitnehmer übergeben. Auf Wunsch des Arbeitnehmers muss der Arbeitgeber eine schriftliche Bewertung über die Arbeit des Arbeitnehmers geben, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens 1 Jahr gedauert hat.

Praktischer Ratschlag: Vergessen Sie nicht, die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der Steuerbehörde anzumelden.

7. Gerichtsverfahren

Der Arbeitnehmer kann innerhalb von 30 Tagen nach der Kündigung eine Kündigungsschutzklage einreichen erheben, und Sie müssen Ihren Arbeitnehmer über diese Möglichkeit in der Kündigungserklärung informieren. Wenn Sie es vergessen, kann der Arbeitnehmer die Klage innerhalb von 6 Monaten nach der Kündigung einreichen.

Im Fall einer rechtswidrigen Kündigung soll der Arbeitgeber Schadenersatz und Kompensation für den Einkommensverlust des Arbeitnehmers zu bezahlen, die den Arbeitslohn von 12 Monaten nicht übersteigen kann. In bestimmten Fällen z.B. im Fall von Diskriminierung oder Verletzung des Kündigungsschutzes setzt das Gericht das Arbeitsverhältnis auf Antrag des Arbeitnehmers zurück.

Praktischer Ratschlag: Achten Sie immer auf die Schriftform und die Begründung der Kündigungserklärung um die Konsequenzen der rechtswidrigen Kündigung zu vermeiden.